.:: Te Aroha und das Mädchen ::.

Donnerstag, November 23, 2006

Six Days Nduro Taupo NZ '06

Als ob das irgendwem was sagt!! Mir jedenfalls hat es nichts gesagt, als ich eingeladen wurde, nach Taupo zu fahren, um mir "Motorräder" anzugucken, so meine Gastmutter. Ein junger Mann die Straße herunter hatte nämlich zufällig noch den einen oder anderen (insgesamt vier) Sitze in seinem Ute frei, und so bekam dann Sue Samstagnachmittag eine SMS von ihrem Boss mit der Frage, ob ich nicht Lust hätte, mit ihrem Sohn nach Taupo zu kommen, um oben genannter Tätigkeit nachzugehen. Ich Unschuld saß derzeit in meinem Zimmer und brütelte über meinem parental importierten Kreativtrainer (danke nochmal an dieser Stelle :)) und war schon leicht überrascht, als Sue breit grinsend in mein Zimmer tritt und versucht, mich (sehr subtil übrigens) zu überreden, mit Nick (Name des Zeitgenossen) mitzugehen. Man versuche das mal, wenn einem die Mundwinkel stetig nach oben gezogen werden durch eine unsagbare Kraft. Ich, Vollidiot, grinse natürlich erstmal unschuldig zurück, bevor ich überhaupt weiß, was Sache ist. Motorräder angucken, spannend. Jedoch überwiegen auch Sues Meinung nach die Vorteile, aber "du musst ja nicht gehen, wenn du nicht willst. Aber es macht mir nichts aus. Ganz und gar nicht. Es macht mir überhaupt nichts aus, es würde dir total gefallen, und guck mal, egal, ob du dich für Motorräder interessierst oder nicht, es ist mal ne Chance, hier raus zu kommen für ein paar Stunden. Und weißt du, wenn ich Nick nicht vertrauen würde, der ist wirklich ein ganz Netter, dann würde ich dich auch nicht gehen lassen mit ihm, also so ist das nicht. Aber ich will dich ja zu nichts zwingen, ne? Ich kann's dir nur raten!" Und nach diesem Redeschwall, der wortwörtlich aus ihr herausBRICHT, bin ich nicht nur verwirrt, sondern auch recht zögerlich, was die sonntägliche Planung betrifft. Was soll denn der ganze Aufruhr?
Fünf Minuten später dämmert mir langsam, von wem da überhaupt die Rede ist: Nick! DER Nick, achsooo! Der, der ab und zu mal zu unserm Haus kommt, um wegen irgendwelchen Kuhfarmaffären bescheid zu sagen, und mich jedesmal mit offenem Mund zurücklässt. Wie kann sowas auf einer Kuhfarm arbeiten? Und dann noch in Neuseeland, der gehört schlimmstenfalls auf eine Ranch in Zentralidaho (sorry, Özzi), aber doch nicht hierhin. Das ist doch Verschwendung! Naja, vielleicht ist er einfach n bisschen dumpf (nichts gegen Kuhfarmer, aber insbesondere als ignoranter deutscher Großstädter hat man doch ein bestimmtes Bild von Bauern).
Manchmal sollte man die Leute erstmal kennenlernen. Als ich dann also Sonntag 10 nach acht in den nigelnagelneuen Pick Up steige (wobei mir dessen Neuheit erst drei Stundne später auffallen sollte), werde ich begrüßt mit "Now I finally get to talk to you!". Aha, daher weht also das Lüftchen. Anscheinend hat meine Gastmutter ein paar Wörtchen über mich verloren. Ich hoffe nur, dass mein Eindruck, dass sie einen guten Eindruck von mir hat, auch richtig ist. Ich soll mich nicht getäuscht haben. Erstaunlicherweise finden wir beide während der Fahrt hin und doch eher zurück zwar langsam aber stetig heraus, dass wir so ziemlich dieselben Interessen teilen, denselben Musikgeschmack haben und uns charakterlich zwar nicht gleichen, aber doch dieselben Orientierungspunkte haben. Man stelle sich Sarah vor mit offenem Mund (exklusive Sabberfaden, der kommt später noch irgendwann dazu) und großen Augen (also wie immer.) und voller Begeisterung. Die Zusammenfassung der ganzen "Ah"-Punkte spare ich mir mal an dieser Stelle, um nicht die männliche Bevölkerung in Trauer und Unglauben zu versetzen, dass sowas wirklich existiert. Aber gut, jeder hat so seine Präferenzen. Aber alle in einer Person? Und die dann nur die Straße runter, gutaussehend und SINGLE? Ich glaub, ich spinne. Ich spinne wahrscheinlich wirklich, und mir ist nur langweilig, aber wen es interessiert, der kann gerne nachfragen. Weshalb ich das hier hineinschreibe? Das wüsste ich selbst gerne, aber sowas passiert mir selbst hier in Neuseeland nicht alle Tage. Am Ende des Tages stellte sich übrigens sein wahres Alter heraus. Ich war natürlich unschuldigerweise in der Annahme, es mit einem 21-Jährigen zu tun zu haben (wobei mir selbst das egal war, da Sue ja "not too worried, he's a gentleman" war). Nun eröffnete mir Sue so nebenbei, dass er gerade 24 geworden ist. "Gerade" ist nun auch schon fünf Monate her, aber egal. ICH hab damit ja kein Problem °grins°. Nur muss ich das ja nicht so raushängen lassen, also verbringt Sue erstmal 10 Minuten damit, den Altersunterschied abzutun, bis ich anmerke, dass es mir erstens eigentlich ziemlich egal ist, da ich zweitens sowieso von nichts anderem als einer rein platonischen Beziehung ausgegangen bin. Da sah sie doch ein bisschen enttäuscht aus, oder vielleicht nur ein bisschen verwirrt, weil sich dann doch herausstellt, dass ich nicht wirklich so notgeil bin, wie es immer alle von mir denken.
Die Six Days Nduro war nebenbei bemerkt verhältnismäßig interessant. Kann man an den Bildern erkennen. Ich habe mir komischerweise einen Sonnenbrand eingefangen. Wenn das jetzt schon anfängt... Es war unglaublich kalt und windig und sehr wolkig an dem Tag. Und anscheinend auch UV-intensiv genug, um mein Gesicht benjaminoettelartig zu... verschönern. Genau. Und damit ist auch endlich dieser verwirrte Post beendet.
PS: Das wunderschöne letzte Bild ist der Waikato River an einer seiner schönsten Stellen, in Taupo, wo man auch Bungy springen kann.
Verzeiht mein verqueres Deutsch, auf meinem Ipod gerade: 20 Zentimeter von unserer allseits geliebten Möhre. Danke Jessi, Aylin und Özlem. Wo würden bloß ohne euch meine Lacher bleiben?!