.:: Te Aroha und das Mädchen ::.

Sonntag, Juli 09, 2006

Allererster Eintrag mal wieder..

Jede Geschichte braucht irgendeine Einleitung... Und da meine Geschichte (selbstverständlich) eine ganz ganz besondere ist, zieht das auch die Notwendigkeit einer besonderen Einleitung nach sich:
Eines jungen Tages, und hier eröffnet sich der wahre Grund meiner weiten Reise, hatte ein kleines Mädchen eine schlechte Phase, in der es mehr bedurfte. Damit diese Phase zu Ende ging, sollte es vielerlei geistige und materielle Investition brauchen. Ein Ziel musste her, auf das die Kleine hinarbeiten konnte: Japan! Sie begann einen exorbitant teuren Japanischkurs, brach diesen jedoch nach einem Vierteljahr aufgrund von Kosten und Zeitaufwand (auch bekannt als Faulheit) ab. Der Traum vom Jahr in Japan verflüchtigte sich mit der Zeit, nicht jedoch die Vorstellung davon, ein Jahr lang woanders zu leben. Dann, mit einem Mal, boten sich gleich zwei Gelegenheiten: ein Austauschprogramm nach Kanada, organisiert von der Schule, und ein elfmonatiger Auslandsaufenthalt in einer Auswahl von Ländern. Für ersteres musste innerhalb der Bewerbungsfrist diverser Papierkram erarbeitet werden, wobei das sogenannte High School Year in die Kerbe rutschte. Das Mädchen setzte sich mit vielen ihrer Freunde über diese Idee auseinander. Dann hörte sie von einem ebenfalls kleinen und unschuldigen Jungen, dass er sich für Neuseeland entschieden hatte. Dieses Land war mir bisher kaum ein Begriff gewesen, allenfalls als kleines Inselpaket südöstlich von Australien. Mit der Zeit formte sich aber ein Bild, nicht zuletzt durch die Filmtrilogie "Lord Of The Rings" oder Werke wie "The Last Samurai" und "Whale Rider". Beeindruckende Weiten, Höhen und Tiefen, Farbenrausch vom Türkis des Meeres bis zum Orange der mineralen Böden, Vulkane und Geysire, schneebedeckte Gipfel und regenbewaldete Täler, Neuseeland bietet naturtechnisch fast alles. So also fasste sich das Mädchen ein Herz, bewarb sich für jenes Land und wurde ein grobes halbes Jahr später tatsächlich angenommen.
In der weiteren Zeit galt es, sich mit Austauschland Nummer 1, Kanada, zu beschäftigen. Als junge Frau kam das Mädchen um viele Erfahrungen reicher wieder nach Hause, wo es erstmals mit dem "wirklichen" Auslandsjahr konfrontiert wurde... die "Monthly Mailings" der Austauschorganisation kamen logischerweise monatlich mit Informationen über das Reiseland und schlecht aufgelösten Bildern von wahrscheinlich breit lächelnden Vorzeigeaustauschschülern. Das alles gab ihr nicht wirklich viel mehr Vertrauen in das bevorstehende Abenteuer, aber wäre es sonst ein Abenteuer?
Mittlerweile ist es weniger als eine Woche, die das Mädchen noch in seiner Heimatstadt Berlin zubringen darf, bis es am 13. Juli in eine fremde Welt geflogen wird... Diverse Freunde und Verwandte wurden bereits verabschiedet, Tränen wurden zahlreich vergossen, Stunden wurden gezählt, Gefühle wurden geklärt und Abschiedsküsse verteilt.
Und da das Mädchen Dramatik in seinem Leben braucht, wurden auch viele Freunde als Flughafeneskorte selektiert, um alles noch spannender zu gestalten und auch ja ordentlichen Abschiedsschmerz zu erzeugen.
Das war die äußerst besondere Einleitung, noch unpersönlicher wird es nicht werden, sondern sehr häufig sehr emotional und ostentativ gefühlsbetont. Wer jetzt den genauen Unterschied zwischen emotional und gefühlsbetont erklären kann, hat meinen Respekt sicher. Wer nicht, der auch, weil er bis hierhin gelesen hat.
Und damit ist der erste Post auch "schon" beendet :) Wir werden sehen, wann ich mich wieder hierher verirre.
Auf ganz bald in Te Aroha!

1 Comments:

Blogger Max said...

Toller Artikel; ich versuch natürlich morgen zu deinem Abflug zu kommen (mal sehen, wie gut bis dahin meine Wunden verheilt sind:P)! Für den Fall, dass ich es nicht schaffen sollte, wünsch ich dir jetzt schon ein "endgeiles" Jahr und viele schöne Erlebnisse.

12:43 AM  

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